Quelle: Shutterstock

Projekte

Um die Krankenhausseelsorge zu sichern, auszubauen und neue Projekte zu unterstützen, fördert die Stiftung Kranke Begleiten mit Anschubfinanzierungen Personalstellen in der Krankenhausseelsorge.
 
Einen kleinen Einblick in die Arbeit und das Erleben der geförderten Krankenhausseelsorgerinnen und –seelsorger erhalten Sie hier:
 
 

Seelsorge in der Kinderonkologie Karlsruhe

Quelle: Lessle-Rauter

Beate Lessle-Rauter, Seelsorgerin in der Kinderklinik am Städtischen Klinikum Karlsruhe

Einzelgespräche  mit  den  Kindern  und  den  Eltern  und  interdisziplinäre  Stationsbesprechung  erfordern eine hohe Präsenz auf der Station. In der Regel werden die Familien begleitet, deren Kinder stationär behandelt werden, so sie das wünschen.
Zu anderen, die ambulant oder nur tageweise zur Chemotherapie in die Klinik kommen, bleibt der Kontakt ebenfalls erhalten.
Und wenn jemand zur Knochenmarkstransplantation nach Freiburg verlegt wird, können die Kolleginnen und Kollegen vor Ort informiert werden oder man hält per Brief oder Email die Verbindung.
Viele Kinder können nach langer Behandlung geheilt nach Hause gehen.
Im Notfall aber wird Seelsorge auch zur Sterbebegleitung - für Kinder, Eltern und Geschwister.

"Wenn ich nicht krank geworden wäre, hätte ich dich nicht kennengelernt..." (Johanna, 10 Jahre alt)

"Anfangs wollte ich Sie ja nicht in mein Zimmer lassen - aber jetzt bin ich doch sehr froh, dass ich's getan habe..." (eine jugendliche Patientin)

Seelsorge in der Kinderkardiologie im Universitäts-Herzzentrum Freiburg / Bad Krozingen

Quelle: Stiftung Kranke Begleiten
Ein Bericht des Seelsorgers Jens Terjung, Evangelische Klinikseelsorge

Es ist ein ungewöhnliches Modell, aber es hat sich schon seit längerer Zeit bewährt: Die Freiburger Kinderkardiologie und die Evangelische Seelsorge kooperieren ganz eng miteinander. Denn der Bedarf in der Begleitung der schwer erkrankten Kinder, Jugendlichen und ihrer Eltern innerhalb der Kinderkardiologie ist sehr groß. Jedes 100. Kind kommt mit einem Herzfehler auf die Welt, dementsprechend gibt es meistens gleich nach der Geburt schnellen Handlungsbedarf.

Als Seelsorger begleite ich diese Kinder und ihre Eltern. Seelsorge ist als Angebot zu verstehen, was die Menschen auch ablehnen dürfen. Aber meistens kommt ein Kontakt zustande bzw. ist Begleitung erwünscht - dann will ich diesen Menschen als verlässlicher, vertrauenswürdiger und gut erreichbarer Ansprechpartner für die kommende Zeit an der Seite stehen.
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Seelsorge in der Neurologischen Rehaklinik an den Kliniken Schmieder Heidelberg (2015)

Ein Bericht von Frau Zimmermann-Schwarz

„Sie haben mir so viel geholfen“, sagt Frau A. beim Abschied. "Ich sehe es heute noch, wie Sie das erste Mal in mein Zimmer gekommen sind …“ Fünf Monate war sie nach einem Schlaganfall in der Klinik. Lange saß sie im Rollstuhl, unglücklich wegen der starken körperlichen Einschränkungen und ängstlich, wie es weitergehen soll - jetzt geht sie wackelig, aber zuversichtlich auf eigenen Beinen nach Hause.

Neurologische Erkrankungen erschüttern existentiell – die davon Betroffenen und ihre Angehörigen. In der Regel liegen mehrere Monate Klinikaufenthalt vor ihnen. Gerade in der Anfangszeit, wo massive körperliche Beeinträchtigungen verkraftet werden müssen, sind Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit an der Tagesordnung.

Als Klinikseelsorgerin versuche ich Hoffnung zu vermitteln, dass es weitergeht und dass Fortschritte kommen werden, dass jemand mitgeht durch’s Schwere hindurch. Dazu gehört auch immer wieder, die Not auszuhalten und da zu sein – auch für die Angehörigen, denen es gut tut, in ihrer eigenen Not wahrgenommen zu werden.
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Seelsorge in der Neurologischen Rehaklinik an den Kliniken Schmieder Heidelberg (2009 bis 2014)

Ein Bericht von Elisabeth Müller-Schmidtborn

Ein Patient, gefragt, wie er denn seinen fast einjährigen Klinikaufenthalt durchgestanden habe, erwiderte: „Ohne die kontinuierliche seelsorgerliche Begleitung hätte ich das so nicht geschafft.“ Dieses Zitat zeigt beispielhaft, wie groß der Bedarf an Seelsorge in „meiner“ Klinik ist.

Die lange Verweildauer – sie liegt im Durchschnitt bei drei Monaten – ist nicht ungewöhnlich für eine neurologische Fach- und Rehaklinik wie die Kliniken Schmieder Heidelberg. Die häufigste Erkrankung sind Schlaganfälle, vor allem bei jüngeren Menschen; hinzukommen u.a. MS-Kranke, Tumor- und Wachkomapatienten. Bedingt durch die verkürzte Verweildauer in den Akut-Kliniken hat die Zahl der Intensivpflegebedürftigen in den letzten Jahren deutlich zugenommen, und dementsprechend auch die Zahl der Sterbefälle.

Aufgrund der Schwere der neurologischen Erkrankungen und des Langzeitaufenthalts der Patiente ist die seelsorgerliche Begleitung unerlässlich und wird vielfach ausdrücklich angefragt. In den Gesprächen geht es dabei meist nicht nur um die unmittelbare Krankheitserfahrung, sondern auch um die je eigene Lebensgeschichte. Existentielle Fragen drängen sich auf nach Sinn und Wert, nach einem verlässlichen Grund, nach Gott.
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Universitätsklinikum in Freiburg

Ein Bericht der Seelsorgerin Beate Breiholz, Evangelische Klinikseelsorge

 „Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für sich genommen haben“, sagte eine Frau mit der ich im Vorraum einer Intensivstation ein Gespräch führte. Ihre Mutter lag im Sterben. Erinnerungen an den gemeinsamen Lebensweg teilte sie mir mit. Schöne und schmerzvolle Begebenheiten waren Thema. Aufmerksames Zuhören, Schweigen und Gesten des Mitgefühls taten ihr gut. Wir suchten gemeinsam Antworten nach der Frage: gibt es noch Hoffnung nach dem Tod?

Nach einer Sterbeandacht am Bett der Mutter verabschiedete ich mich.
Eine Begebenheit aus dem Alltag, in der Kirche ganz greifbar, ganz präsent und erfahrbar für Menschen wird.

Szenenwechsel. Ich stehe am Bett eines beatmeten Patienten. Angeschlossen an mehrere Apparate und Schläuche, liegt er vor mir. Als Hintergrundgeräusch höre ich das Piepen und Pumpen der vielen medizinischen Geräte, die dem Menschen beim Leben helfen. Eine Kommunikation durch Worte ist nicht möglich. Still halte ich Zwiesprache mit Gott. Dann stelle ich mich laut vor, sage ein paar Worte, schließe mit einer Segensgeste, berühre sanft die Schulter und verabschiede mich wieder.
Ich gebe dem Menschen ein Ansehen, weil ich sehe und nicht wegrenne, das Leid aushalte und stellvertretend glaube und für ihn bete.
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Seelsorge in der Kinderonkologie im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Freiburg

Ein Bericht des Seelsorgers Jens Terjung, Evangelische Klinikseelsorge

„Ich hätte mir nie vorstellen können, mal die Hilfe der Seelsorge in Anspruch zu nehmen …!“ – so erzählt mir eine Mutter mit einem Schmunzeln im Gesicht, wie sie im Nachhinein die Begleitung durch die Seelsorge während des stationären Aufenthaltes ihres Kindes erlebt hat.

Als Seelsorger wurde ich vom Personal zur Mutter geschickt: „Gehen Sie doch mal vorbei, wir glauben, dass es ihr gut tut, dass sie Unterstützung gebrauchen kann!“. Diesen Hinweis habe ich aufgenommen, habe mich bei der Mutter vorgestellt und mich vorsichtig vorgetastet, versucht zu ergründen, was ihr auf der Seele liegt. Das war der Beginn einer Begleitung, die sich über die kommenden Wochen und Monate erstreckt hat – verbunden mit neuen positiven Erfahrungen mit der Kirche.
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