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Seelsorge in der Neurologischen Rehaklinik an den Kliniken Schmieder Heidelberg (2015)

Ein Bericht von Frau Zimmermann-Schwarz

„Sie haben mir so viel geholfen“, sagt Frau A. beim Abschied. "Ich sehe es heute noch, wie Sie das erste Mal in mein Zimmer gekommen sind …“ Fünf Monate war sie nach einem Schlaganfall in der Klinik. Lange saß sie im Rollstuhl, unglücklich wegen der starken körperlichen Einschränkungen und ängstlich, wie es weitergehen soll - jetzt geht sie wackelig, aber zuversichtlich auf eigenen Beinen nach Hause.

Neurologische Erkrankungen erschüttern existentiell – die davon Betroffenen und ihre Angehörigen. In der Regel liegen mehrere Monate Klinikaufenthalt vor ihnen. Gerade in der Anfangszeit, wo massive körperliche Beeinträchtigungen verkraftet werden müssen, sind Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit an der Tagesordnung.

Als Klinikseelsorgerin versuche ich Hoffnung zu vermitteln, dass es weitergeht und dass Fortschritte kommen werden, dass jemand mitgeht durch’s Schwere hindurch. Dazu gehört auch immer wieder, die Not auszuhalten und da zu sein – auch für die Angehörigen, denen es gut tut, in ihrer eigenen Not wahrgenommen zu werden.

Später geht es vor allem darum, die Menschen auf ihrem Weg zurück ins Leben zu begleiten. Fortschritte sind nur langsam zu erkennen, oft bleiben mehr oder weniger gravierende Beeinträchtigungen; die Angst ist dann groß, mit der veränderten Situation zuhause zurechtzukommen.

Neben der individuellen Seelsorge an Patienten, Angehörigen, aber auch am Klinikpersonal feiern wir – im ökumenischen Wechsel - sonntags Gottesdienste in der Klinik, die dankbar angenommen werden. Durch die lange Verweildauer der Patienten bildet sich eine regelrechte kleine Klinikgemeinde, die fröhlich von der Hoffnung singt und sich diese immer wieder neu zusagen lässt.

Die Kliniken Schmieder Heidelberg, Speyererhof, wurden 2001 als Spezialklinik für Neurologische Rehabilitation eröffnet und 2011 durch einen Anbau erweitert. Der Schwerpunkt liegt auf Behandlung von akuten sowie postakuten Hirnschädigungsfolgen (z. B. nach Schlaganfällen, Schädel-Hirntraumen, Hirntumoren etc.).

Über einen Zeitraum von 15 Monaten (bis 31.01.2016) wird meine 25%-Stelle an der Schmiederklinik zu einem Gutteil von der „Stiftung Kranke begleiten“ finanziert. Mit Blick auf die betroffenen Menschen bin ich sehr dankbar dafür, dass somit die wichtige Arbeit meiner Vorgängerin Pfarrerin Müller-Schmidtborn fortgesetzt werden kann. Derzeit werden Initiativen entwickelt, um neue Spenden und Mittel zu aquirieren, so dass die Arbeit weitergehen kann.