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Universitätsklinikum in Freiburg

Ein Bericht der Seelsorgerin Beate Breiholz, Evangelische Klinikseelsorge

 „Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für sich genommen haben“, sagte eine Frau mit der ich im Vorraum einer Intensivstation ein Gespräch führte. Ihre Mutter lag im Sterben. Erinnerungen an den gemeinsamen Lebensweg teilte sie mir mit. Schöne und schmerzvolle Begebenheiten waren Thema. Aufmerksames Zuhören, Schweigen und Gesten des Mitgefühls taten ihr gut. Wir suchten gemeinsam Antworten nach der Frage: gibt es noch Hoffnung nach dem Tod?

Nach einer Sterbeandacht am Bett der Mutter verabschiedete ich mich.
Eine Begebenheit aus dem Alltag, in der Kirche ganz greifbar, ganz präsent und erfahrbar für Menschen wird.

Szenenwechsel. Ich stehe am Bett eines beatmeten Patienten. Angeschlossen an mehrere Apparate und Schläuche, liegt er vor mir. Als Hintergrundgeräusch höre ich das Piepen und Pumpen der vielen medizinischen Geräte, die dem Menschen beim Leben helfen. Eine Kommunikation durch Worte ist nicht möglich. Still halte ich Zwiesprache mit Gott. Dann stelle ich mich laut vor, sage ein paar Worte, schließe mit einer Segensgeste, berühre sanft die Schulter und verabschiede mich wieder.
Ich gebe dem Menschen ein Ansehen, weil ich sehe und nicht wegrenne, das Leid aushalte und stellvertretend glaube und für ihn bete.

Das waren zwei kurze Beispiele aus meinem Klinikalltag.
Grundregeln bestimmter Kommunikationstechniken, Respekt des Gegenübers mit seinen Lebens-und Glaubensgrundsätzen, empathisches Zuhören und ausgemessene Balance zwischen Nähe und Distanz, gehören für mich ebenso zum Handwerkszeug der Seelsorge wie eigenes Vokabular, authentisches Verhalten und das Zurückgreifen auf Schätze der kirchlichen Tradition.

An zwei Vormittagen in der Woche begleite ich seelsorgerlich Patienten auf drei unterschiedlichen Stationen. In den Begegnungen geht es um Krankheitserfahrungen, Hoffen und Bangen im Krankheitsverlauf und Bewältigung des Klinikalltags.

Aber auch die Lebensgeschichte, Bearbeitung von Grenzerfahrungen, sowie Fragen nach einem tragenden Grund im Leben sind Themen.
Die Begegnung mit Patienten, Angehörigen und Personal des Klinikums, sind so individuell wie die Persönlichkeiten. Einfühlsam und mit offenem Ohr auf das Gegenüber und deren Fragen einzugehen, das ist meine Aufgabe als Seelsorgerin.

Durch die Finanzierung seitens der Klinik und der „Stiftung Kranke Begleiten“, ist es möglich, dass ich als Seelsorgerin Menschen, und deren Angehörige, als verlässlicher Wegbegleiter zur Verfügung stehe.

Vielen Dank für Ihre finanzielle Unterstützung, die diese Arbeit möglich macht!